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Geplante Verbrennungsanlage im Bioenergiepark

Im Genehmigungsverfahren für die geplante Klärschlammverbrennung im Bioenergiepark hat die Bezirksregierung weitere Unterlagen von der antragstellenden Firma angefordert. Erst damit soll eine Entscheidung fallen. Im Vorfeld hatte es angekündigte Einwendungen insbesondere aus der Landwirtschaft gegeben.
Verbrennungsanlage

In dem Beteiligungsverfahren zur Genehmigung der geplanten Klärschlammverbrennungsanlage im Bioenergiepark hat es bis zum Fristende zehn Einwendungen gegeben. Diese Zahl nannte die Bezirksregierung Münster auf Anfrage dieser Zeitung. Die Hälfte der Einwendungen nimmt die Ergebnisse eines Bürger-Infoabends der Gemeinde mit Prof. Quicker auf. Der Fachmann für thermische Behandlung von Abfällen und Rohstoffrückgewinnung lehrt an der RWTH Aachen und war Anfang März als unabhängiger Experte in Saer­beck zu Gast. Er hatte sich auf Grundlage der vorliegenden Pläne aus dem Antrag der Betreiber unter anderem für höhere Reservekapazitäten bei der Schadstofffilterung, eine höhere Flexibilität bei der Qualität des angelieferten Klärschlamms und laufende Messungen des Schadstoffausstoßes der Anlage im Betrieb ausgesprochen. Sowohl Bürgermeister Wilfried Roos als auch Vertreter des landwirtschaftlichen Ortsvereins (LOV) Saerbeck hatten daraufhin angekündigt, wesentliche Inhalte von Quickers Schlussfolgerungen in ihre Stellungnahme zum Genehmigungsverfahren übernehmen zu wollen. Die Hälfte der Einwender habe sich nun tatsächlich der Landwirte-Position angeschlossen, bestätigte die Bezirksregierung nun. Fünf weitere Einwendungen brachten unterschiedliche Begründungen vor. Die Betreiber in spe müssten nun „noch weitere Unterlagen erarbeiten und einreichen“, teilte die Bezirksregierung mit, „erst dann kann eine Beurteilung erfolgen und der Bescheid erarbeitet werden“.

Hinter der geplanten Klärschlamm-Verbrennungsanlage steht die Maxxcon Saerbeck GmbH & Co. KG, ein im April 2016 gegründetes gemeinsames Tochterunternehmen der Gütersloher Wärme- und Energietechnik GmbH als Ingenieurbüro und der Frankfurter Beteiligungsfirma Antan. Maxxcon bietet Beteiligungen an der Investition an.

Die Anlage soll jährlich bis zu 60 000 Tonnen Klärschlamm aus kommunalen Klärwerken im Kreis Steinfurt und bis in den Münsteraner und Osnabrücker Raum verbrennen können.

Hintergrund der Pläne sind die neue Düngemittelverordnung, die ein Ausbringen von Klärschlamm auf Äcker praktisch unmöglich macht, und zu erwartende Veränderungen in der Klärschlammverordnung, die demnächst unter anderem die Rückgewinnung von Phosphor aus der Asche vorschreiben soll.