Außerschulischer Lernstandort im Bioenergiepark

Wie funktioniert eine Biogasanlage? Welche Stoffe sind nötig, um sie zu betreiben? Was steckt überhaupt drin im Gas aus Gülle und nachwachsenden Rohstoffen? Diese Fragen erforschen Schüler demnächst im Saerbecker Bioenergiepark (BEP).
Das ASL Lehrerteam

Mit Beginn des neuen Schuljahres hat die Bezirksregierung Münster mehrere Lehrerstellen für die Einrichtung des außerschulischen Lernstandortes im BEP bewilligt. Damit bekommt das Projekt Klimakommune Saerbeck einen weiteren wichtigen Schub ­– Bildungsarbeit ist schließlich ein Eckpfeiler des Konzeptes. In Saerbeck lernen künftig Kinder und Jugendliche praxisorientiert und ergänzend zum normalen Schulbetrieb, wie Klimaschutz funktioniert. Am Beispiel der industriellen Großtechnik, die vor der Tür des Klassenzimmers klimaschonend Energie erzeugt, ebenso wie bei eigenen Experimenten vor Ort. Mehr Nähe zum Lernstoff ist kaum vorstellbar.

 Christa Werning, Stephanie Elsler (Maximilian-Kolbe-Gesamtschule Saerbeck) und Sebastian Köhler (Berufskolleg Rheine) sind die Hauptakteure:  Sie unterrichten weiter an ihren Schulen, engagieren sich aber in einem Teil ihrer Arbeitszeit im Bioenergiepark; die Bezirksregierung  hat ihnen ein Stundenkontingent für den außerschulischen Lernstandort eingeräumt. Im Prinzip bauen sie eine Schule im Kleinen auf: Mit naturwissenschaftlichem Unterricht für Schüler aus den Klassen 5-10, mit Lernprojekten, die von Schulen aus dem ganzen Land gebucht werden können. „Hier gibt es so viele Möglichkeiten“, lobt Christa Werning die Kombination aus Bioenergiepark und Lernstandort,  „wir haben schon jetzt viele Ideen entwickelt und planen noch mehr.“ 

Im kommenden Schulhalbjahr wollen die drei Lehrer die Unterrichtsangebote schrittweise entwickeln und zum Beispiel mit Infotafeln im Bioenergiepark beginnen, die als erste Lernstationen dienen sollen (und von denen auch Besucher des BEP profitieren). Im Obergeschoss des ehemaligen Stabsgebäudes werden im BEP Unterrichtsräume entstehen. Dabei profitiert der Lernstandort von den praktischen Erfahrungen, die die Maximilian-Kolbe-Gesamtschule  mit dem Bioenergiepark gemacht hat. Perspektivisch können sich die Beteiligten schon jetzt die Ausweitung des Angebotes vorstellen: Einbeziehung der Oberstufe etwa oder mehrtägige Lernprojekte.

Unverzichtbar für den Lernstandort ist der Förderverein Klimakommune Saerbeck, der sich hier erstmals als wichtiger Akteur bei einem richtungsweisenden Projekt einbringt. Er steht für die Kosten ein, die bei der Herrichtung der Räume, der Ausstattung und des Betriebs der „BEP-Schule“ anfallen. Der Verein hat einen Förderantrag an die Stiftung Umwelt und Entwicklung NRW gestellt, positive Signale der Stiftung zur Erteilung des Förderbescheids liegen vor. Weiterhin steuert der Förderverein Eigenmittel zum Aufbau des Lernstandortes bei. „Dank des Salvamoser-Preises und einiger Spenden kann der Verein diese Summe aufbringen“, sagt Wilfried Roos, der der erste Vorsitzende ist. Mit dem Geld sollen zum Beispiel Möbel für die Unterrichtsräume  oder auch Unterrichtsmaterial angeschafft werden.  Auch mit ehrenamtlicher Arbeit wird sich der Förderverein einbringen. Die Gemeinde Saerbeck ist ebenfalls  im Boot. Sie stellt die Räume kostenlos zur Verfügung und verzichtet auf die sonst übliche Miete.

Im zweiten Schulhalbjahr beginnt der eigentliche Unterrichtsbetrieb. Lehrer und Förderverein rechnen damit, dass das Lernangebot ein großes Potential hat und attraktiv für Schulen in ganz NRW ist. Bei einem Schnuppertag für Lehrer will man den außerschulischen Lernstandort  rechtzeitig vor dem Sommerhalbjahr 2015 vorstellen.