Saerbecker Klimaschutztage eröffnet

Lothar Schneider, Geschäftsführer der EnergieAgentur.NRW, eröffnete heute (10. September) in Vertretung von NRW-Klimaschutzminister Johannes Remmel die Saerbecker Klimaschutztage. „Ich will deutlich den praktischen Nutzwert dieser Klimaschutztage unterstreichen. Denn was in politischer oder wissenschaftlicher Abstraktion als Energiewende bezeichnet wird, hat für die Menschen und die Akteure gerade auf vor Ort in den Kommunen ganz konkrete Auswirkungen – zum Beispiel bei der Umsetzung eines Bioenergieparks. Wie das geht und dass es geht – dafür ist Saerbeck das ,lebende‘ Beispiel. Saerbeck ist nicht umsonst eine von zwei NRW-Klimakommunen“, so Schneider zur Begrüßung. Bis zum 15. September wird in Saerbeck u.a. über die kommunalen Gestaltungsmöglichkeiten der Energiewende diskutiert und informiert. Den Anfang machte eine Tagung zum Thema „Bürgerenergieanlagen – Praxisbeispiele für neue Betätigungsfelder“ der EnergieAgentur.NRW.

Wenn mehrere Bürger gemeinsam eine Anlage zur Nutzung erneuerbarer Energien finanzieren oder betreiben, entsteht eine „Bürgerenergieanlage". Rund 100 interessierte Bürger, Politiker und Wirtschaftsvertreter hatten sich zum Kongress angemeldet. Dabei wurden Erfahrungen ausgetauscht und über die Zukunft disputiert. „In den letzten Jahren wurde die Vergütung durch das Erneuerbare-Energien-Gesetz für Strom aus regenerativen Quellen kontinuierlich abgesenkt und Instrumente zur stärkeren Marktintegration der Anlagen eingeführt. Dadurch entstanden wirtschaftliche Anreize, den von den Bürgern selbst erzeugten Strom anders zu vermarkten. Da viele Bürgerenergieanlagen stark regional verwurzelt sind, besteht großes Interesse daran, diese Vermarktung vor Ort vorzunehmen - ein neues Geschäftsmodell, mit dem die Anlagenbetreiber zum Stromversorger werden", erklärte Dr. Katrin Gehles von der EnergieAgentur.NRW. Inzwischen nimmt auch im Wärmemarkt die Zahl der Bürgerprojekte zu. Bei diesen Projekten werden Wärmeerzeugungsanlagen mit Biomasse oder Biogas und Wärmenetze gemeinschaftlich betrieben.

Saerbeck hat sich auch überregional bereits einen guten Ruf in Sachen Klimaschutz erworben. Jüngstes Projekt ist der Bioenergiepark, er ist das Kernstück des Leitprojektes „Steinfurter Stoffströme" der Klimakommune Saerbeck. Seit Anfang 2011 entsteht auf dem Gelände eines ehemaligen Munitionsdepots ein Nutzungsmix aus regenerativen Energieanlagen. „Vor dem Hintergrund der Endlichkeit fossiler Energieträger muss der Fokus für eine zukunftsgerechte lokale Energiepolitik auf der Nutzung erneuerbarer Energien liegen. Um einen möglichst großen Gestaltungsspielraum zu haben, ist es angezeigt, dass die Kommunen selbst zu Akteuren werden. Genau diesen Weg haben wir in Saerbeck beschritten, nachdem der Gemeinderat 2008 per Ratsbeschluss ein großes Ziel festgelegt hat: Saerbeck soll bis 2030 so viel Energie produzieren, wie hier verbraucht wird. Wir setzen die Energiewende lokal um! Nicht zuletzt deshalb haben wir ein integriertes Klimaschutz- und Klimaanpassungskonzept erarbeitet", so Saerbecks Bürgermeister Wilfried Roos. Im Bioenergiepark entstehen zurzeit sieben Windenergieanlagen, zwei Biogasanlagen, eine Kompostierungsanlage mit Trockenvergärung, eine PV-Freiflächenanlage sowie weitere bioenergieparkaffine Nutzungen und ein Kompetenzzentrum regenerative Energien. Insgesamt werden bei Vollnutzung 29 MW regenerativer Leistung auf dem Bioenergiepark realisiert. Bürgermeister Roos: „Dass Saerbeck seit 2009 NRW-Klimakommune der Zukunft im Zukunftskreis Steinfurt ist, ist eine Bestätigung für die Richtigkeit unseres Weges."

Die Saerbecker Klimaschutztage werden am Donnerstag, 12. September, mit der „7. Steinfurter Bioenergiefachtagung: Bioenergie und Klimaschutz aus der Region" (9 bis 17 Uhr, Bürgerscheune Saerbeck, Ferrieres-Str. 7) von FH Münster und EnergieAgentur.NRW fortgesetzt. Am Freitag, den 13. September 2013 lädt der Landesverband Erneuerbare Energie gemeinsam mit der ENERCON zur Windenergiefachtagung.

Am Sonntag, 15. September, öffnet der Saerbecker Bioenergiepark von 11 Uhr bis 18 Uhr seine Tore zu einem großen Schau- und Erlebnistag für alle Bürgerinnen und Bürger rund um die Erzeugung und Nutzung regenerativer Energien. Informationen und Aktionen stehen auf dem bunten Schauprogramm. Mit dabei: das Energieberatungsmobil der EnergieAgentur.NRW.

Mehr zum Thema Bürgerenergieanlagen:

http://www.energieagentur.nrw.de/buergerenergie/willkommen-auf-unserer-themenseite-zu-buergerenergieanlagen-15687.asp

Fachlicher Ansprechpartner:

EnergieAgentur.NRW
Dr. Katrin Gehles
T: 0202 245 52 41
E: gehles@energieagentur.nrw.de