"Saerbeck ist Beispiel gebend“

Thailändische Besucher erkunden Klimakommune Gäbe es eine Rangliste der Besucher mit dem weitesten Anreiseweg, dann hätte die Gruppe der thailändischen Gäste, die in der vergangenen Woche die Klimakommune erkundete, sicher den Anspruch auf einen der vordersten Plätze. Mit der Deutschen Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit (giz) waren die thailändischen Unternehmer und Wissenschaftler nach Saerbeck gekommen, um hier vor Ort zu erleben, wie eine Gemeinde ihren Weg hin zur Nutzung erneuerbarer Energien gefunden hat. Die giz arbeitet eng mit dem Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung sowie mit dem Auswärtigen Amt zusammen.
Besuch aus Thailand
„Zukunftsentwickler“ als Antwort auf die aktuellen Herausforderungen heißt das Jahresmotto 2012. „Nicht die großen, sondern die kleinen, innovativen und zukunftsorientierten Lösungen zur nachhaltigen Entwicklung wie hier in Saerbeck sind es, die uns interessieren“, erklärte Torsten Fritsche, der für die giz in Thailands Hauptstadt Bangkok tätig ist und Saerbeck als eine besondere Station für die mehrtägige Reise der thailändischen Gruppe ausgewählt hatte. Bürgermeister Wilfried Roos hieß die Besuchergruppe in der Gläsernen Heizzentrale willkommen. Die Entwicklung der Gemeinde und die Umsetzung des integrierten Klimaschutz- und Klimaanpassungskonzeptes stellte Projektleiter Guido Wallraven den Gästen vor, die sofort den interessierten Dialog suchten. Wer gab den Anstoß für die Ausrichtung der Gemeinde hin zu erneuerbaren Energien? Welche Instrumente hat die Kommune entwickelt in den Verhandlungen mit den Energiekonzernen und Netzbetreibern? Mit welchen Techniken wird in der Heizzentrale und im Bioenergiepark gearbeitet? Wie gelingt es, die Bürger zu begeistern und zu beteiligen? Vielen interessierten Fragen stellten sich neben Guido Wallraven auch Ansgar Heilker (Volksbank Saerbeck) für die Bürgergenossenschaft Energie für Saerbeck sowie Mitarbeiter der Fa. Envitec Biogas AG. Insbesondere die Technik der Biomasseverwertung und die in Saerbeck entwickelten Geschäftsmodelle interessierten die Gäste aus Thailand, denn die energetische Verwertung von Biomasse, z. B. von Reisschalen, ist in Thailand ein aktuelles Thema. Klar, dass da ein Ausflug in den Bioenergiepark und die Besichtigung der Biogasanlage, die Saerbecker Landwirte gemeinsam mit der Envitec Biogas AG betreiben, nicht fehlen durfte. Ein außergewöhnlicher Anziehungspunkt aber waren für die thailändischen Gäste die Bunker auf dem Gelände des Bioenergieparks. Sie waren die meist fotografierten Motive. „Was Saerbeck im Bereich Klimaschutz und in der Nutzung erneuerbarer Energien plant und bereits umgesetzt hat, ist Beispiel gebend“, so Torsten Fritsche (giz). „Wir werden sicher mit weiteren ausländischen Besuchergruppen wiederkommen.“