Grußwort des Bürgermeisters zum Jahreswechsel 2012/2013

Liebe Saerbeckerinnen, liebe Saerbecker, ein neues Jahr steht vor der Tür, mit neuen Herausforderungen und Aufgaben. Wir in Saerbeck können mit Stolz auf das Jahr 2012 zurück blicken und voller Optimismus dem neuen Jahr entgegen sehen. Die „Herkulesaufgabe Bioenergiepark“ geht mit Riesenschritten ihrem ersten großen Etappenziel, der Errichtung von Produktionsanlagen für regenerative Energie mit einer Nennleistung von 29 MW entgegen. Die Biogasanlage und die PV-Anlagen sind seit Monaten in Betrieb und erzielen gute Ergebnisse. Die Windenergieanlagen werden im zweiten und dritten Quartal 2013 in Betrieb gehen und das Kompostwerk der EGST ist ebenfalls im Bau. Damit wird Saerbeck die „bilanzielle Autarkie“ im Strombereich Mitte des Jahres 2013 weit vor dem Wunschtermin 2030 erreichen. Die Firmengruppe, die sich um die Errichtung des größten Speichers der Welt bemüht, hat mitgeteilt, dass das Projekt 2013 in Saerbeck durchgeführt wird – der Speicher ist in den USA bestellt. Auch die mit Hilfe von Bundesumweltminister Dr. Altmeier vorgesehene Errichtung einer Anlage zur Produktion von Kohle aus Biomasse wird in 2013 durch die Erstellung einer Machbarkeitsstudie voran getrieben.
 

Damit wird Saerbeck den Spitzenplatz in Deutschland und Europa auf dem Gebiet der Nachhaltigkeit nicht nur behaupten, sondern weiter ausbauen. Über 5.400 Besucher aus der gesamten Welt haben sich die Gläserne Heizzentrale und den Bioenergiepark bereits angesehen. Dennoch versuchen vor Ort Politiker der Bevölkerung zu vermitteln, der Bioenergiepark sei ein unbeherrschbares finanzielles Abenteuer und belaste den Gemeindehaushalt. Genau das Gegenteil ist der Fall! Nur durch die Existenz des Bioenergieparks und die bereits in 2012 daraus erzielten Miet- und Pachteinnahmen konnte die Gemeinde die Haushaltssicherung vermeiden. Auch die zeitweilig vorfinanzierten Planungs- und Entwicklungskosten sind vollständig durch die Projekte refinanziert. Ich bin daher der weit überwiegenden Mehrheit der Ratsmitglieder sehr dankbar, die diese wirtschaftlichen Zusammenhänge erkannt und verstanden zu haben und damit die Grundlage für eine nachhaltige Haushaltskonsolidierung gelegt zu haben. Damit werden auch in mittlerer Zukunft wiederwünschenswerte und nicht nur zwingend notwendige Projekte aus gemeindlichen Haushaltsmitteln möglich sein. Viele Kommunen fragen inzwischen bei der Gemeinde Saerbeck  wegen des Finanzierungsmodells an und erhalten auch dazu und nicht nur zu Klimaschutzfragen gern Auskunft.

Die Nominierung für den Deutschen Nachhaltigkeitspreis und die in diesen Tagen durch den Wirtschaftsminister des Landes NRW Garrelt Duin vollzogene Auszeichnung Saerbecks als „Vorzeigeprojekt in Europa" zeigen, dass Saerbeck auch weiterhin bundesweite Anerkennung als „Klimakommune der Zukunft" hat. Besonders freue ich mich aber darüber, dass die Saerbecker Bevölkerung von dieser Idee überzeugt ist und sich mit kleinen und großen Finanzeinlagen daran beteiligt. Ein Dorf, das sein eigenes Stromnetz zu Eigentum übernommen hat, den Strom in selbst finanzierten Anlagen regenerativ produziert, in einem lokalen Speicher für Spitzenlasten abspeichert und dann durch eine gemeindeeigene Gesellschaft vermarktet mit dem Ziel, den eigenen Bürgern den Strom unterhalb der sonst üblichen Marktpreise anzubieten, sucht man außerhalb Saerbecks vergeblich. Damit hat der Rat neben den vor Ort vorhandenen Bildungs-, Betreuungs- und Freizeitangeboten eine weitere familienfreundliche Rahmenbedingung geschaffen, die das Leben in Saerbeck positiv beeinflusst.

Die Kitas, die St.Georg-Grundschule und die Maximilian-Kolbe-Gesamtschule haben zu Recht einen hervorragenden Ruf - auch in den Nachbarorten. Die vollzogene oder noch beabsichtigte Gründung von Gesamtschulen in den Nachbarkommunen wird die Schullandschaft in der Region deutlich verändern. Wichtig ist für uns, dass unsere Gesamtschule ihre herausgehobene Stellung behält und in Saerbeck auch in 10 Jahren noch ein weiterführendes gutes Schulangebot existiert.

In den statistischen Erhebungen zu Wohn- und Lebensqualität nimmt Saerbeck seit Jahren vordere Plätze ein. Dies ist nicht nur der guten Infrastruktur des modernen Wohn-, Schul- und Wirtschaftsstandortes geschuldet, sondern auch der hohen Leistung der hier erbrachten ehrenamtlichen Arbeit, die einen wichtigen „weichen Standortfaktor" darstellt. Ich möchte mich daher-auch im Namen des Rates- bei  allen ehrenamtlich tätigen Personen in Vereinen und Verbänden, aber auch für viele Einzelaktivitäten bedanken. Ohne den besonderen Einsatz der ehrenamtlich engagierten Bürgerinnen und Bürger wäre unser Gemeinschaftsleben nicht mehr vorstellbar. Dazu gehört auch die Pflege der freundschaftlichen Kontakte zu unseren Partnergemeinden Ferrières und Rietavas. Für das kommende Jahr ist u.a. mit unseren Freunden aus Ferrières ein gemeinsamer Besuch unserer Hauptstadt Berlin vorgesehen.

Für die weitere Entwicklung der Verkehrsinfrastruktur Saerbecks konnte in 2012 die Verbindungsstraße zwischen der Ibbenbürener Straße und der Riesenbecker Straße vollendet werden. Die Verbindung über die Hahnstraße zum Lengericher Damm wird als „Kreisstraße 2n" im Jahr 2013 folgen. Auch die Erschließung des Gewerbegebietes Nord und des Baugebietes „Bevergerner Damm III" gehen der Vollendung entgegen. Hier werden sich weitere Firmen und Neubürger ansiedeln. Damit trägt Saerbeck dafür Sorge, dass zwar der demographische Wandel an Saerbeck nicht spurlos vorbei geht, aber den Auswirkungen entgegen gewirkt wird.

Zum Ende des Jahres möchte ich mich bei allen bedanken, die die Gemeinde durch ihre aktive Unterstützung voran gebracht haben. Die vielen Hilfestellungen und Unterstützungen aus der Bevölkerung sind ein wesentlicher Beitrag unserer Projekte gewesen. Aber auch bei den Mitgliedern des Rates und der Verwaltung möchte ich mich für das herausragende Engagement in 2012 bedanken.

Wir Saerbecker wissen um unsere Möglichkeiten - und kennen unsere Grenzen. Wir sind uns unserer Tradition bewusst und schauen nach vorn und sollten keinen zurück lassen.  Dann wird alles gut. In diesem Sinne wünsche ich Ihnen auch im Namen des Rates und der Verwaltung ein gutes, gesundes und erfolgreiches Jahr 2013.

 Wilfried Roos
(Bürgermeister)