Energiewende live

Luftbild Schautag

Energiewende live

Tausende beim Schautag Bioenergie

Dabei sein, wenn der Bioenergiepark ganz offiziell eröffnet wird - das wollten sich am 15. September etwa 20.000 Besucherinnen und Besuchern aus nah und fern nicht entgehen lassen. Sie kamen in die Klimakommune zum großen Schautag Bioenergie. Zu sehen, zu bestaunen und zu erleben rund um die Themen Klimaschutz und Nutzung erneuerbarer Energien gab es Vieles auf dem 90 Hektar großen Gelände. Schon am Vorabend hatte das Kolping-Blasorchester den musikalischen Auftakt gestaltet. Am Schautag selbst zeigte sich, wie groß in der Region das Interesse an der Entwicklung des Bioenergieparks ist. Das Organisationsteam der Klimakommune hatte ein vielfältiges Programm zusammengestellt. Beteiligt waren daran viele Ehrenamtliche aus den Saerbecker Institutionen, aus Vereine und Verbänden und die Unternehmen, die sich im Bioenergiepark engagieren oder sich mit einem Unternehmensschwerpunkt mit dem Energiethema beschäftigen. Auch Forschung und Entwicklung hatten ihren Platz, ob beim Experimentieren für die Jüngsten oder bei Fachvorträgen und Diskussionen mit ausgewiesenen Experten.

Großer Andrang herrschte an den verschiedenen Stationen zur Gewinnung von Energie aus Sonne, Wind und Biomasse. Wie groß sind die Rotorblätter der sieben Windriesen, welche Leistung bringt die Photovoltaikanlage der Bürgergenossenschaft Energie für Saerbeck, wie arbeitet die Biogasanlage der Saerbecker Landwirte, wie funktioniert das Kompostwerk mit angeschlossener Vergärungsstufe der EGST? Fachleute standen den Besuchern gerne Rede und Antwort. Und auch die Expeditionen in den Nordbereich des Bioenergieparks, der dem Naturschutz vorbehalten bleibt, erfreuten sich großer Beliebtheit. Ein Energielabyrinth (nicht nur) für Kinder, eine Strohburg, Vorführungen der Rettungshundestaffel und viele weitere Aktionen und Präsentationen rundeten das Veranstaltungsprogramm ab.

Höhepunkt des Schautags Bioenergiepark war zweifellos die Inbebetriebnahme des ersten Windrads der Gemeinde Saerbeck. Bürgermeister Wilfried Roos nutzte die Gelegenheit, den Blick auf die Entwicklung der vergangenen Jahre zu lenken. Mit dem „Leuchtturmprojekt" zur Entwicklung eines Bioenergieparks auf dem Gelände des ehemaligen Munitionsdepots gewann die Gemeinde Saerbeck 2009 den Wettbewerb des Landes NRW und ist seither NRW-Klimakommune der Zukunft. Das erklärte Ziel: Energieautarkie bis 2030. „Wir haben jetzt das erste Ziel erreicht. In Saerbeck wird mehr erneuerbarer Strom produziert, als gebraucht wird", sagte Bürgermeister Wilfried Roos. Ein dickes Lob gab es dafür von NRW-Umweltminister Remmel. „Ich komme immer wieder gerne nach Saerbeck und auch das, was wir heute sehen, ist wieder typisch Saerbeck. Ziele werden in Saerbeck schon erreicht, wenn andere noch über den Weg nachdenken. Das Land NRW ist stolz auf Euch", erklärte der Minister und forderte von der Bundespolitik verlässliche Rahmenbedingungen für den weiteren Ausbau der Erneuerbaren Energien. Gemeinsam mit Bürgermeister Roos, seinen beiden Enkeln, dem Ehrenbürgermeister Dr. Anton Gerdemann und Vertretern der Firma Enercon gab Minister Remmel den Start frei für die erste Windkraftanlage, die sich unter dem Applaus der vielen Besucher langsam und behäbig in Bewegung setzte.

„Dies ist ein bedeutender Moment, bei dem es auch gilt, Danke zu sagen", erklärte der Bürgermeister und hob die außergewöhnlichen Leistungen der Verwaltungsmitarbeiter und der Steuerungsrunde hervor.  „Der Bioenergiepark läuft ja jetzt. Was machen Sie als nächstes?", fragte NRW-Umweltminister Johannes Remmel den Saerbecker Bürgermeister augenzwinkernd. Auf die Antwort musste Remmel nicht lange warten. Roos: „Ganz oben auf der Agenda stehen jetzt das Thema Speicherung und die Konzeption eines außerschulischen Lernstandortes."

Hinweis:
Mit einem Teil der Parkgebühr wurde der CO2-Ausstoß kompensiert. Hiervon werden kleinere Klimaschutzprojekte in Ländern der Dritten Welt unterstützt.