Grußwort des Bürgermeisters zum Jahreswechsel 2013/2014

Bürgermeister Wilfried Roos

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

Jahreswechsel sind Anlässe, um auf das abgelaufene Jahr zurück zu blicken und einen Ausblick auf das neue Jahr zu wagen. Die Jahresrückblicke der Medien in diesen Tagen erinnern uns daran, was im Jahr 2013 geschehen ist. Wir sehen noch einmal die spektakulärsten Bilder und rufen uns in Erinnerung, was uns in den vergangenen Monaten zunächst stark bewegt und beschäftigt hat, was wir aber dann im Laufe des Jahres in all der Betriebsamkeit und Hektik schon fast wieder vergessen haben.

Wir Saerbecker können auch in 2013 wieder auf ein ereignisreiches und -trotz der zurzeit immer noch drängenden finanziellen Probleme der Gemeinde- sehr erfolgreiches Jahr zurück blicken.

Als weitere wichtige Investition konnten durch den Landesbetrieb „Straßen NRW" und den Kreis Steinfurt  der Neubau der K 2 vom „Lengericher Damm" bis zur „Ibbenbürener Straße" und die Verlängerung bis zur „Riesenbecker Straße" fertig gestellt werden. Als gemeindliche Erschließungsmaßnahmen wurden die Straßen in den Gewerbegebieten „Schulkamp IV" und  „Nord" fertig gestellt und die Baustraße zur Erschließung des Neubaugebietes „Bevergerner Damm III" errichtet. Dadurch konnten Grundstücke zur Errichtung von weiteren Gewerbebetrieben und Wohnhäusern verkauft werden, so dass sich nicht nur bestehende Saerbecker Betriebe positiv entwickeln und sich vergrößern konnten, sondern sich auch neue Betriebe angesiedelt haben, die weitere Arbeitsplätze schaffen. Die Gesamtzahl der Arbeitsplätze in unserem Ort hat sich inzwischen auf über 2.200 erhöht, ein Wert, der in Gemeinden unserer Größenordnung einen Spitzenwert darstellt. Dadurch haben auch viele Neubürger hier vor Ort einen Arbeitsplatz gefunden und die Gemeinde hat eine breite Basis für eine hohe eigene Finanzkraft erhalten. Aber auch jungen Familien bietet sich Saerbeck als Wohnort und Lebensmittelpunkt mit Zukunftsperspektive an. 

Die Errichtung der neuen LED-Flutlichtanlage, deren Finanzierung zusammen mit dem SC Falke ermöglicht wurde, sowie der Ausbau des Nahwärmenetzes im Ortszentrum sind nicht nur ein weiterer Beitrag zum Klimaschutz, sondern wichtige Infrastrukturbeiträge. Die Umstellung auf stromsparende und Umwelt schonende LED-Beleuchtung ist für 2014/15 auch für die Straßenbeleuchtung vorgesehen.

Zurzeit nimmt die Gemeinde bereits in der zweiten Wettbewerbsstufe an dem Landeswettbewerb um den Titel „KWK-Modellkommune" teil. Inhaltliches Ziel ist es, eine Nahwärmeversorgung in die Gewerbe- und Wohngebiete zu bringen, um eigene Heizungsanlagen und Systeme mit fossilen Brennstoffen zu erübrigen. Bei einer Berücksichtigung der Gemeinde bei den Preis- und Fördergeldern könnte sich ein großer Mehrwert für die Bevölkerung und ein neuer Schub in Sachen CO²-Neutralität ergeben.

Viele Bürgerinnen und Bürger begleiten die Gemeinde bei der Umsetzung der Klimaziele nicht nur ideell, sondern haben die Absicht, sich als Investor bei der Verwirklichung der Ziele auch materiell zu beteiligen, bereits umgesetzt. Bürgerschaft und Rat und Verwaltung sind sich somit einig, dass die Klimaprojekte einen wichtiger Beitrag zur Daseinsvorsorge  und eine lohnenswerte Investition darstellen.

Die Errichtung der Anlagen zur Produktion von regenerativer Energie im Bioenergiepark konnte mit der Inbetriebnahme der 7 Windräder vorläufig abgeschlossen werden. Saerbecker Bürger, die in diese Anlagen investiert haben, können der ersten Rendite entgegen sehen. Außerdem werden die von der SGWmbH im Auftrag der Gemeinde betriebenen Anlagen in wenigen Jahren zu einer der wichtigsten Einnahmequellen für den Gemeindehaushalt werden. Neben dem wesentlichen Beitrag für den Umweltschutz tragen die Anlagen somit auch für die Gemeinde und die örtlichen Investoren maßgeblich zur lokalen Wertschöpfung bei. Das Ziel der Gemeinde und der SaerVE, den im Bioenergiepark produzierten Strom vor Ort zu vermarkten und den Saerbeckern so regenerativ vor Ort erzeugten Strom zu günstigen Konditionen zu liefern, wird in 1 - 2 Jahren möglich sein. Auch die Grundstücke zur Errichtung der Speicheranlagen wurden inzwischen vergeben. Mit der Realisierung wird 2014 begonnen. Weiter konkretisieren sich die Projekte der Power to gas-Anlage und der Hydrothermalen Carbonisierung. Am 1. Januar wird offiziell das Kompostwerk der EGST in Betrieb gehen. Auch diese hochmoderne Anlage mit vorgeschalteter Vergärungsstufe ist ein wichtiger Baustein des Gesamtkonzeptes des Bioenergieparks.

Dass die Fachhochschule Münster/Steinfurt inzwischen ein Forschungslabor im ehemaligen Bundeswehrdepot betreibt, zeigt, welch ein Potential für Forschung und Entwicklung hier vorhanden ist. Das ist eine ideale Basis für den geplanten „Außerschulischen Lernstandort", der in der Trägerschaft des neu gegründeten Fördervereins ebenfalls 2014 in Betrieb gehen wird.

Inzwischen wird Saerbeck aufgrund der beispielhaften Klimaprojekte weltweit hohe Anerkennung gezollt. So wurde die Gemeinde in 2013 mit dem Deutschen Nachhaltigkeitspreis ausgezeichnet und in diesem Jahr bei der Verleihung des „European Energy Award in Gold" nach den neuen Auditierungsregeln mit der höchsten Punktzahl in Europa  bewertet. Außerdem wurde die Europäische Championsleague i.S. Klimaschutz gewonnen und Saerbeck wurde als „Energiekommune in Deutschland" ausgezeichnet. Die Umwandlung des bisherigen Bundeswehrdepots in einen Bioenergiepark wurde in 2013 (einschließlich der Besucher am Tag der offenen Tür) von rund 30.000 besichtigt.

Ein weiteres wichtiges Thema auch für Saerbeck ist der demografische Wandel in Europa mit seinen positiven und negativen Folgen. Der tief greifende Veränderungsprozess ist einer der zentralen und großen Herausforderungen, aber auch eine große Chance heute und in der Zukunft. Die drei Facetten, „weniger, älter und bunter" haben Auswirkungen auf nahezu alle Bereiche in unserem Land. Miteinander leben und sich begegnen, Gemeinschaftsempfinden und der Zusammenhalt der verschiedenen Generationen und Interessengruppen in unserem gemeinsamen Lebensraum sind im Wandel. Der Gemeinde Saerbeck bietet sich mit der Errichtung eines Mehrgenerationenhauses in den Räumlichkeiten des alten Rathauses, aber auch durch neu entstehende weitere Einrichtungen des betreuten Wohnens für Senioren und Behinderte die große Chance, mit einer entsprechenden Differenzierung der Angebote den Bedürfnissen und Anforderungen unserer Mitmenschen Rechnung zu tragen und auf diesem Wege ganz neue Potenziale für die Entwicklung unseres Ortes in der Zukunft zu erschließen und sich für die Bedarfe der Zukunft richtig auszustellen.

In Saerbeck bringen sich viele Bürgerinnen und Bürger mit dem Ziel in das Gemeindeleben ein, sich ehrenamtlich in Vereinen und Institutionen zu engagieren. Dadurch ist es uns gelungen, ein Gefühl der Gemeinsamkeit zu erhalten. Über 50 Vereine und Verbände vermitteln allen Bürgerinnen und Bürgern durch ihre ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer ein „Wir-Gefühl". Im Namen des Rates und der Verwaltung sage ich daher allen meinen Dank dafür, dass sie auch im Jahr 2013 Initiativen geplant und angepackt haben, ohne zu fragen, welchen materiellen Lohn sie dafür bekommen.

Auch die Kontakte zu den Menschen in unseren Partnergemeinden Ferrières und Rietavas haben in 2013 im Mittelpunkt unseres Gemeindelebens gestanden und waren auch in diesem Jahr von großer Herzlichkeit geprägt. Auf die Festlichkeiten zum 20jährigen Bestehen der Partnerschaft mit Ferrières im kommenden Jahr und auf den Besuch in unserer litauischen Partnerstadt dürfen wir uns freuen.,

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger, die Gemeinde Saerbeck kann mit den aktuellen Entwicklungen der Haushaltswirtschaft nicht zufrieden sein. Dass Saerbeck trotz der negativen haushaltswirtschaftlichen Rahmenbedingungen noch so gut dasteht, ist ganz vielen Menschen in unserer Gemeinde zu verdanken. Im Namen des Rates und der Verwaltung bitte ich Sie alle, auch im kommenden Jahr die Arbeit der politischen Gemeinde weiterhin engagiert zu unterstützen. Dies gilt insbesondere für die Realisierung des Umkleidegebäudes am Sportplatz und des Falke-Treffs. Auch dieses Vorhaben wird in Kooperation mit dem SC Falke gelingen.

Wenn wir weiterhin die Zukunft vorausschauend und kreativ planen und gestalten,  können wir es erreichen, dass wir die sich aktuell stellenden Probleme gemeinsam lösen. Wir alle können stolz sein auf unser Saerbeck. Wenn die Bereitschaft zu einer konstruktiven Zusammenarbeit wie bisher bei allen Bürgerinnen und Bürgern erhalten bleibt, können wir die Probleme meistern und der weiteren Entwicklung unseres Ortes mit großer Zuversicht entgegen sehen.

In diesem Sinne wünsche ich im Namen des Rates und der Verwaltung allen Saerbeckerinnen und Saerbeckern ein gutes, gesundes und erfolgreiches Jahr 2014.

Wilfried Roos
Bürgermeister