KWK Startschuss fällt

Das Nahwärmenetz der Gemeinde Saerbeck nimmt konkrete Formen an: Im Oktober 2016 sollen die ersten Saerbecker Haushalte mit Nahwärme versorgt werden.
KWK_Startschuss

 

 

Bereits in diesem Sommer sollen die ersten Verträge zwischen Betreibergesellschaft und Hausbesitzern über einen Anschluss an das Nahwärmenetz abgeschlossen werden; die Bauarbeiten könnten im Herbst beginnen. Damit rückt die Umsetzungsphase für die Ideen und Planungen, mit denen die Gemeinde Saerbeck es in den Kreis der KWK-Modellkommunen des Landes NRW geschafft hat, einen entscheidenden Schritt näher.

Zugleich steht der Kooperationspartner fest, der sich für die Gemeinde darum kümmert, das vorhandene Feinkonzept zu prüfen und zu optimieren und auf dieser Grundlage die Förderanträge zu stellen: Es ist die Fernwärmeversorgung Niederrhein (FN) aus Dinslaken, das hat der Saerbecker Gemeinderat in der vergangenen Woche einstimmig entschieden. Das Unternehmen gehört zu den fünf größten Fern- und Nahwärmeversorgern in Deutschland und ist seit 50 Jahren im Markt aktiv, so Hans Büch, Leiter der Hauptabteilung Vertrieb. „Saerbeck passt sehr gut zu uns", lobt Christian Hibbeln, Vertriebsleiter Nah- und Fernwärme, die Klimaschutzprojekte im Dorf. Dazu zählt auch der Aufbau des Nahwärmenetzes.

Im Augenblick präzisieren die Fachleute der FN die Wirtschaftlichkeitsrechnung und können, wenn die Fördermodalitäten klar sind, fundierte Zahlen nennen; dann ist auch eine Aussage über den Preis für eine Kilowattstunde Wärme möglich. Alle Beteiligten gehen davon aus: Der Preis wird konkurrenzfähig zum Erdgas-Tarif sein. „Man muss bei diesen Vergleichen auch die Kosten für Heizungswartung, Kaminkehrer oder Kamineinbau bei einer herkömmlichen Heizung berücksichtigen. Die fallen bei einem Anschluss an das Nahwärmenetz natürlich weg", erklärt Bauamtsleiter Andreas Fischer. „Außerdem ist Nahwärme komfortabel und bietet ein Maximum an Versorgungssicherheit", ergänzt Hans Büch. Den Aspekt der Versorgungssicherheit betont auch Bürgermeister Roos.

330 Saerbecker Bürger haben inzwischen unverbindlich ihr Interesse an einem Nahwärmeanschluss bekundet. In der nächsten Phase soll das Interesse nach Möglichkeit in einen verbindlichen Vertrag münden. Christian Hibbeln betont: „Je mehr Bürger sich für den Anschluss entscheiden, desto wirtschaftlicher wird es." Auch Bürgermeister Roos sieht Vorteile darin, die Entscheidung zügig zu treffen: „Es ist davon auszugehen, dass die Konditionen später nicht so günstig sind." Nicht nur für Bestandsbauten, in denen demnächst der Einbau einer neuen Heizung ansteht, lohnt sich er Anschluss, sondern auch für neue Bauvorhaben, so die Experten. Vor oder nach den Sommerferien finden Informationsveranstaltungen in Saerbeck statt, der Termin wird rechtzeitig bekannt gegeben.