„Hier wird die Welt besser gemacht“ - Amelie Bringemeier
Studium, das ist das eine: Vorlesungen, Seminare, Klausuren. Die Arbeitswelt, das ist das andere: Menschen, Projekte, Aufgaben. Wenn beide, Universität und Beruf, zusammenkommen, dann ist das ideal. So wie beim Praktikum von Amelie Bringemeier, die in vier Wochen die Klimakommune Saerbeck kennengelernt hat. „Ich habe viele Dinge aus dem Studium hier wiedergefunden“, erzählt die junge Frau aus Ibbenbüren, die Umweltingenieurwesen studiert.
Amelie Bringemeier (die so alt ist, wie die fortlaufende Praktikantenzählung in der Klimakommune, nämlich 23) ist nicht nur eine der wenigen Frauen am Praktikantenschreibtisch im Saerbecker Rathaus, sondern dürfte auch die Studentin sein, deren Hochschule die weiteste Entfernung von diesem Schreibtisch aufweist – jedenfalls, wenn es um Studierende aus Deutschland geht. Bringemeier studiert nämlich nicht an der FH Münster/Steinfurt, wie gefühlt 95 Prozent aller Praktikanten der Klimakommune. Sondern in… Triesdorf. Triesdorf? „Das liegt in Franken und ist Teil der HWST, der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf.“ Den Standort Weihenstephan (Stadtteil von Freising bei München) kennt vermutlich der ein oder andere Milchtrinker (oder Biertrinker); Triesdorf, 40 Kilometer südwestlich von Nürnberg, wiederum ist bekannt für seine Studiengänge rund um die Landwirtschaft. Zum Lehrangebot an der Uni zählt auch Umweltingenieurwesen.
Der Weg aus Franken nach Saerbeck war allerdings recht kurz und führte quasi über den Teuto. „Mein Vater war bei einer Führung im Bioenergiepark dabei und hat mir davon erzählt: ‚Das ist doch was für dich.‘ Und das stimmt.“ Deshalb investierte Amelie Bringemeier vier Wochen ihrer Semesterferien für das freiwillige Praktikum und schaute hinter die Kulissen der Klimakommune Saerbeck. Sie hat sich bei der Wärmenetzplanung eingebracht, sich im Bauamt mit ökologischen Ausgleichsmaßnahmen beschäftigt und in den Saerbecker Energiewelten hospitiert. „Die Leute im Rathaus und im Lernstandort sind supernett. Mir hat es Spaß gemacht und das Praktikum hat sich gelohnt, weil es mich weitergebracht hat.“ Besonders beeindruckend war für sie das Engagement, mit dem in Saerbeck das Thema Nachhaltigkeit und Klimaschutz gelebt wird. „Es gibt hier so viele Menschen, die motiviert und engagiert sind. Das gibt Hoffnung, gerade heute angesichts der vielen Krisen. Hier wird die Welt besser gemacht.“