Vorreiter für Wärmenetz sind gefragt
Wer möchte sich aktiv in eine Wärmegenossenschaft einbringen?
Die Wärmewende in der Klimakommune wird immer konkreter. Mittlerweile ist das Vorhaben so weit, dass Vorreiter aus der Bürgerschaft tätig werden können. Die Gemeinde Saerbeck lädt deshalb Menschen zu einem ersten Treffen ein, die Lust, Zeit und Fähigkeiten haben, eine Wärmegenossenschaft zu gründen und sich aktiv einzubringen.
Die Auftaktveranstaltung für eine „Initiativgruppe Wärmegenossenschaft Saerbeck“ beginnt am Dienstag, 3. Februar, um 19 Uhr im Bürgersaal des Bürgerhauses, Ferrières-Straße 12. Dabei handelt es sich um ein unverbindliches Treffen für Bürgerinnen und Bürger, die sich engagieren möchten, erklärt Bürgermeister Dr. Tobias Lehberg.
An dem Abend soll ein offener Austausch stattfinden, welche Rolle eine Wärmegenossenschaft bei einem möglichen Wärmenetz in Saerbeck spielen kann. Dazu wird zunächst Martin Sammler, Leiter der Stabsstelle Klimaschutz im Rathaus, einen Überblick über Planungsstand und Potenziale in Sachen Wärmenetz in Saerbeck geben. Ewald Baar, Mitgründer der Bürgergenossenschaft „Energie für Saerbeck“ wird von den Erfahrungen dieser Genossenschaft, die auf erneuerbaren Strom setzt, berichten.
Auch soll es darum gehen, welche Rolle die Gemeinde Saerbeck spielen kann und wie die Aufgaben einer Initiativgruppe aussehen könnten. „Wir haben natürlich reichlich Zeit für Fragen und Gespräche eingeplant“, ergänzt Sammler die Tagesordnung. Er stellt allerdings vorab klar: Am 3. Februar geht es noch nicht um die eigentliche Gründung einer Genossenschaft oder Fragen der Kapitalanlage, sondern eben um die Vorbereitung dafür. Vielmehr sollen mögliche Aufgaben einer Wärmegenossenschaft erörtert werden, diese können von Organisation und operativen Aufgaben über Unterstützung bei der Akquise von Kunden und Mitgliedern bis hin zu Betrieb und Service reichen.
Die Energie-Genossenschaft hat bereits zugesagt, die Gründung einer selbstständigen Wärme-Genossenschaft zu begleiten und zu unterstützen, ebenso die Gemeinde Saerbeck. „Jetzt fehlen uns noch Initiatoren, Impulsgeber, die den passenden Anstoß geben wollen auf dem Weg zu einer Wärmegenossenschaft“, sagt Bürgermeister Lehberg. „Wir hoffen, dass wir beim Auftakttreffen mit genau solchen Menschen zusammenkommen und ausloten können, wie der Weg aussehen könnte“, ergänzt Dr. Judith Stander-Dulisch, die sich bei der Stabstelle Klimaschutz um das Thema Bürgerbeteiligung kümmert.
Aktuell läuft die Machbarkeitsstudie für das erste Potenzialgebiet mit 450 Haushalten. Bis zum Sommer sollen Anschluss- und Wärmepreise kalkuliert sein, so Martin Sammler. Geplant ist bereits eine Haustürbefragung zur Anschlussbereitschaft.