Die Früchte der Energiewende ernten – Wie die Gemeinde Saerbeck von den neuen Windkraftanlagen profitiert
Wenn sich in der nahen Zukunft die Windräder im Bürgerwindpark Middendorf drehen, dann weht der Wind bei jeder Drehung der Flügel Geld in die Gemeindekasse. 0,2 Cent pro erzeugter Kilowattstunde zahlen die Betreiber an die Gemeinde und zwar in den kommenden 20 Jahren. Als zusätzliches Extra hat sich die Betreibergesellschaft verpflichtet, jährlich eine Spende für das Ehrenamt in Saerbeck zu leisen. Zugleich beteiligt sich die Gemeinde mit fünf Prozent an der Bürgerwind Middendorf GbR.
Der Bürgerwindpark westlich des Bioenergieparks markiert den Beginn einer neuen Ausbaustufe der Windenergie in Saerbeck. Zu den sieben Anlagen, die dort errichtet werden, sollen weitere zwölf hinzukommen – als Erweiterungen von bestehenden Windparks (etwa in Sinningen), als Einzelanlagen und als Repowering-Projekte (an der B 219 Richtung Dörenthe). So sehen die Planungen aus, die Umsetzung hängt vom Netzausbau und vom Netzanschluss ab. Im Windpark Middendorf haben die Arbeiten bereits begonnen, hier werden sieben Anlagen mit einer Gesamthöhe von 264 Metern (Nabenhöhe plus Rotordurchmesser) gebaut und einer Leistung von 6000 KW je Anlage.
Mit allen Bauvorhaben dürfte Saerbeck, gemessen an Leistung und Anzahl der Anlagen im Verhältnis zur Gemeindegröße, die Kommune im Kreis Steinfurt sein, die den Ausbau der Windenergie am entschiedensten vorantreibt. „Die Energiewende muss auf dem Land stattfinden“, sagt Saerbecks Bürgermeister Dr. Tobias Lehberg. „Wir haben hier gute Standortbedingungen, etwa große Abstände zur Bebauung“, unterstreicht Martin Sammler, Leiter der Stabsstelle Klimaschutz der Gemeinde Saerbeck. Zudem herrscht in Saerbeck Konsens, wenn es um die Energiewende geht: Es gab keine Einwände gegen die Projekte.
Die Beteiligung der Gemeinde Saerbeck an den Erlösen des Windparks Middendorf mit 0,2 Cent pro Kilowattstunde wurde vertraglich geregelt und basiert auf dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG). Das Geld fließt unabhängig davon, ob sich die Betreiber die Summe erstatten lassen, was das Gesetz zulässt. Diese Regelung soll als Blaupause dienen für weitere vertragliche Regelungen in Saerbeck. „Wir ernten die Früchte der Energiewende“, beurteilt Saerbecks Bürgermeister Dr. Tobias Lehberg.
Zudem leisten die Anlagen natürlich einen Beitrag zum Klimaschutz. Jede Windkraftanlage in Middendorf soll eine Ersparnis von 6000 Tonnen CO2 bringen.