"Es gibt immer etwas zu optimieren…“ – Gebäudemanagement und Klimaschutz: Für Marc Dekker passt das gut zusammen
Wenn in der Saerbecker Gesamtschule die Schülerinnen und Schüler in angenehm temperierten Räumen lernen und 450 Kilometer entfernt im Berliner Humboldt-Forum (das neu errichtete Stadtschloss) niemand frieren muss, dann hat das mit dem Mann zu tun, der heute seinen Schreibtisch in der Gläsernen Heizzentrale in Saerbeck hat und dessen beruflicher Radius früher weiter reichte als bis nach Westladbergen und Sinningen: Marc Dekker ist der Gebäudemanager der Gemeinde Saerbeck. Das Team des Gebäudemanagements ist ein wichtiger Akteur in der Klimakommune, das angesichts großer Projekte oft unter dem Radar bleibt.
Dekker kümmert sich mit seiner achtköpfigen Mannschaft um die kommunalen Gebäude: Das Rathaus, Schulen und Sporthallen, Häuser für Geflüchtete, Gebäude im Bioenergiepark. Die Aufgaben sind vielfältig und umfassend: Vom Schließzylinder in der Bürotür, der gewechselt werden muss, bis (hier kommt die Klimakommune ins Spiel) zu Fragen rund um Energieeffizienz und -einsparung in kommunalen Gebäuden. „Es gibt immer etwas zu optimieren“, umreißt Marc Dekker dieses Arbeitsfeld.
Optimierung, darum ging es auch stets im Beruf des Brunnenbohrmeisters, in dem Dekker 22 Jahre gearbeitet hat. Der Rheinenser hat Brunnen gebohrt für die Landwirtschaft („daher kenne ich Saerbeck“) und in Berlin nach Erdwärme für den Neubau des Bundesinnenministeriums und eben das Humboldt-Forum gebohrt. Der spannendste Auftrag? „Für eine Hilfsorganisation haben wir in Uganda Trinkwasserbrunnen möglich gemacht. Das hat das Leben der Menschen dort verbessert.“ Aber irgendwann war es gut mit dem Wanderleben. Mehr Zeit für die Familie, ein Feierabend zu Hause und nicht im Hotelzimmer: Da kam die Stelle in Saerbeck genau zur rechten Zeit. Außerdem: „Ich wollte immer etwas mit erneuerbaren Energien machen.“
Und genau das steht jetzt auf Dekkers Arbeitsplan. Aktuell werden fünf Gebäude der Gemeinde auf Wärmepumpen umgerüstet: Die Feuerwehrhäuser in Sinningen und Westladbergen und drei Gebäude, in denen Geflüchtete untergebracht sind. Dekker: In den Unterkünften arbeiten teilweise Heizungen, die sind 30 Jahre alt. Auch die Gebäude sind in entsprechendem Alter. Trotzdem muss man keine Bedenken haben wegen des Umstiegs auf Wärmepumpen. Das funktioniert.“
Dann hat Dekker ein umfangreiches Projekt in Arbeit, das zeigt, wie Klimaschutz, Energieeffizienz und Kostenersparnis im Alltag funktionieren und in der Summe von vielen Einzelmaßnahmen etwas Großes ergeben: Den Austausch von Heizungsthermostaten. „Wir wollen im Rathaus und in den beiden Schulen die Heizkörper mit smarten Thermostatköpfen ausrüsten.“ Die erkennen, wenn sich niemand im Raum aufhält oder ein Fenster geöffnet ist und regeln die Temperatur herunter. „Damit erzielen wir eine Einsparung bis zu 20 Prozent und das ist schon enorm.“ Enorm auch, wenn man die Größenordnung betrachtet: Es geht um rund 350 Thermostate.
Projekt Nummer drei: Der Aufbau eines Energiemanagement-Systems. Wie ist der Energieverbrauch in den kommunalen Gebäuden aktuell, liegen eventuell ungewöhnliche Daten vor, die auf Fehler schließen lassen? Das Team des Gebäudemanagements liest jetzt die aktuellen Zählerstände per Smartphone ab, die fließen in das System ein „und damit haben wir ein effizientes Analyse-Werkzeug.“ Wie gesagt: Es gibt immer etwas zu optimieren...