Lokales Wissen nutzen, Vertrauen aufbauen – Bürgerbeteiligung in der Klimakommune Saerbeck gilt als beispielhaft
Wenn es um die Energiewende geht, dann zahlt sich die frühzeitige Beteiligung von Bürgerinnen und Bürgern aus. Die Klimakommune Saerbeck ist das beste Beispiel für diese Herangehensweise – und war damit nicht zufällig Gastgeberin einer Veranstaltung des Bundesministeriums für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat mit dem Titel „Mitreden, mitgestalten, mittragen – Bürgerinnen und Bürger für Energiewendeprojekte gewinnen“. Vor Ort im Bioenergiepark und virtuell an Bildschirmen informierten sich über 80 Teilnehmerinnen und Teilnehmer über Beteiligungsformate und ließen sich vom Beispiel Saerbeck inspirieren.
Martin Sammler und Dr. Judith Stander-Dulisch stellten die Klimakommune und ihre Projekte vor, ganz aktuell etwa die Planungen rund um die Wärmewende, die erneut von einer breiten Bürgerbeteiligung getragen werden. Hier rückt die Bürgerbeteiligung in den Vordergrund, denn beim Förderverein Klimakommune Saerbeck steht seit Jahresanfang das Projekt „Aus der Praxis — Neue Wege in der Bürgerbeteiligung“ auf der
Agenda, das dank der Förderung durch die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) und die Stiftung Umwelt und Entwicklung Nordrhein-Westfalen (SUE) umgesetzt werden kann. Ziel des Projektes: Werkzeuge und Formate entwickeln, die kleinere Kommunen (bis zu 20.000 Einwohner) für ihre Bürgerbeteiligung in Sachen Wärmwende nutzen können.
Transparenz bei Projekten, egal ob Energie- oder aktuell Wärmewende, ist ein Erfolgsfaktor der Klimakommune, zusammen mit dem Fokus auf kontinuierlicher und Generationen übergreifender Bildungsarbeit, wurde in den Präsentationen der beiden Saerbecker Akteure deutlich. In Fachvorträgen hatten Experten zuvor Möglichkeiten und Grundsätze der Bürgerbeteiligung aufgezeigt und sich auch mit Wegen beschäftigt, schwer erreichbare Zielgruppen in den Prozess einzubinden.
Für die Teilnehmerinnen und Teilnehmer steht fest: Beteiligung lohnt sich – und zwar umso mehr, je früher sie beginnt und je breiter sie aufgestellt ist. Wer von Anfang an alle relevanten Gruppen einbezieht, lokales Wissen nutzt und Vertrauen aufbaut, investiert zu Beginn zwar etwas mehr Zeit und Aufwand – spart diesen jedoch vielfach bei der späteren Umsetzung ein. Widerstände lassen sich so frühzeitig abbauen, Konflikte vermeiden und Projekte letztlich deutlich zügiger realisieren.
Statt Entscheidungen intern zu treffen und sie anschließend gegenüber der Öffentlichkeit zu verteidigen, eröffnet eine echte Beteiligung von Beginn an einen anderen Weg: Bürgerinnen und Bürger werden zu Mitgestalterinnen und Mitgestaltern – und tragen Projekte dadurch nicht nur mit, sondern auch mit Überzeugung.
Davon konnten sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer, die nach Saerbeck gekommen waren, an Ort und Stelle überzeugen: Nach Vorträgen, Workshops und Austausch lernten sie den Bioenergiepark Saerbeck und das Konzept der Klimakommune bei einer Führung kennen.